Entwicklung der Säuglingsheime

Erbe, Neuanfang und Orientierung in der SBZ / DDR (1945 – 1949)

Während der Nazizeit garantierte die Rassenideologie die „Reinheit des Blutes“ und unterschied damit „Gut“ von „Böse“. Sie verlangte Zucht, Ordnung, Diziplin, Sauberkeit oder Gehorsam auch von den Heranwachsenden.

Dies war das Erbe, das den Neubeginn für die Heimbetreuung bestimmte. Neue Strukturen mussten aufgebaut werden und kriegsbedingte Zerstörungen gingen auch an den Heimen nicht spurlos vorbei. Ohne Improvisation konnte eine notdürftige Versorgung vieler Kriegswaisen nicht aufrechterhalten werden. Eine konzeptionelle Neuorientierung war in den ersten Jahren schwierig. Man stützte sich in der Arbeit zunächst auf Konzepte aus der Weimarer Republik.

Für alle Heime, die der Zentralverwaltung für Volksbildung (dem späteren Ministerium für Volksbildung der DDR) unterstanden, bildeten die Befehle der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) die gesetzlichen Grundlagen. In diesen Befehlen wurden Säuglingsheime nicht erwähnt. Ob es eine scharfe Trennung zwischen Säuglings- und Kleinstkindheimen gab, ist gegenwärtig noch nicht hinreichend erforscht. In den Statistiken der Deutschen Zentralverwaltung für Gesundheitswesen (DZVG) werden Säuglingsheime gesondert geführt.

Die Altersbegrenzung in diesen Heimen lag bei 12 Lebensmonaten. Offen bleibt somit vorerst, ob die Fürsorge der Kleinstkinder (bis zum 3. Lebensjahr) der Zentralverwaltung für Volksbildung oder der DZVG unterstanden. Eine weitere gebräuchliche Praxis in dieser Zeit war es, Säuglings- und Kleinstkindheime Entbindungsstationen in Krankenhäusern anzuschließen.

Quelle: Wikipedia.de