Geschlossene Unterbringung

Im wesentlichen Unterschied zu den oben genannten Gruppen kann ein Kind oder Jugendlicher nur mit richterlicher Genehmigung (auf Antrag des Sorgeberechtigten = Eltern, -teil oder Vormund) in einem geschlossenen Heim untergebracht werden. Es handelt sich um eine mit Freiheitsentziehung verbundene Unterbringung nach § 1631b BGB. In solchen Einrichtungen sind Fenster, Türen, etc. gegen Flucht gesichert.

Hintergrund für die geschlossene Unterbringung sind oft strafrechtliche Schwierigkeiten der Jugendlichen, aber auch Selbst- und Fremdgefährdungssituationen, die jedoch keine psychiatrische Unterbringung implizieren. Unter besonderen Umständen kann auch häufiges Entweichen und mangelnde Erreichbarkeit mit anderen Betreuungsformen der Anlass sein.

Die geschlossene Unterbringung als Form der sozialpädagogischen Betreuung wird stark kritisiert und in vielen Bundesländern nicht angewendet. Insbesondere die Heime einer Trägerorganisation in Brandenburg lösten im Juni 2013 eine Debatte über Menschenrechtsverletzungen in geschlossenen Heimen aus.

In den letzten Jahren ist eine Zunahme der Unterbringung in geschlossenen Heimen zu beobachten, was sich u. a. in langen Wartezeiten bei bestehenden Einrichtungen bzw. in Neugründungen entsprechender Einrichtungen abbildet. Die Zahl der geschlossenen Unterbringungen lag 2013 in Deutschland bei 389 Kindern und Jugendlichen.

Darüber hinaus gibt es noch eine nicht unwesentliche Anzahl von Einrichtungen mit teilgeschlossener Unterbringung, welche innerhalb rechtlicher Grauzonen unter ähnlichen Bedingungen arbeiten.

Quelle: Wikipedia.de