Sonderstellung Säuglingsheime

Eine Sonderstellung unter den Normalheimen nahmen die Dauerheime für Säuglinge und Kleinstkinder in der DDR ein. Neben elternlosen Kindern wurden auch gesunde Säuglinge und Kleinkinder im Alter von wenigen Wochen bis zum 3. Lebensjahr aufgenommen und ständig untergebracht, deren Mütter alleinerziehend waren oder deren Eltern in Schichtsystemen arbeiteten.

Diese Einrichtungen wurden ärztlich überwacht und oblagen ab 1951 der Aufsicht der zuständigen Abteilung Gesundheitswesen des Rates des Land- oder Stadtkreises. Der Ausbau der Dauerheime wurde bis in die späten 50er Jahre forciert. Elternlose Kinder denen sich keine Adoptionsmöglichkeiten eröffneten, wurden nach Vollendung des 3. Lebensjahres in weiterführende Heime verlegt.

In den Jahren 1959 – 1961 erreichte die Belegung der Heime mit ca. 11.000 Dauerheimplätzen ihren Höchststand. Diese Entwicklung blieb nicht ungetrübt. Ende der 50er Jahre wurden starke Vorbehalte von Pädiatern über diese Form der Kleinkindbetreuung laut und durch vergleichende Studien untermauert.

In der Folgezeit sank die Zahl der Heimkinder bis 1980 kontinuierlich auf 4.498 ab und nahm bis zur politischen Wende 1989 wieder auf rund 5.500 zu. Die Dauerheime für Säuglinge und Kleinstkinder wurden im Zuge der deutschen Wiedervereinigung aufgelöst oder in Kinderheime sowie andere soziale Einrichtungen umgewandelt.

Quelle: Wikipedia.de