Skip to content
3 Jahren ago

213 words

Kinder und Jugendliche, die vor 1990 in Behindertenheimen und Psychiatrien zur Arbeit gezwungen oder misshandelt wurden, sollen künftig ähnlich wie Heimkinder entschädigt werden.

Kinder-Betreuungsheim in Bad Berka im November 1960. Das Bundeskabinett stockt die Zuwendungen für ehemalige DDR-Heimkinder auf. Erfurt. Es werde eine einmalige Pauschale von 9000 Euro geben, sagte Thüringens Ressortchefin Heike Werner (Linke). Darauf verständigten sich die Arbeits- und Sozialminister der Länder bei ihrem zweitägigen Treffen in Erfurt. Menschen, die in den Einrichtungen arbeiten mussten, bekämen zusätzlich bis zu 5000 Euro. Die Anträge können laut Werner ab 2016 gestellt werden.

Anders als bei den traumatisierten ehemaligen Heimkindern werde es keinen Fonds geben, sondern eine Stiftung, erläuterte die Ministerin. Die Gelder sollen nach ihren Worten zu jeweils einem Drittel von Bund, Ländern und den Kirchen kommen. Die Länderminister gehen von bundesweit 90 000 Betroffenen aus. Sie rechnen damit, dass lediglich jeder Zehnte von ihnen einen Antrag stellen wird.Die Minister sprachen sich außerdem für eine schnellere Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt aus. Sie forderten einen Rechtsanspruch für Flüchtlinge auf Sprachförderung und eine bundesweit einheitliche Erfassung ihrer beruflichen Qualifikationen möglichst schon in der Erstaufnahme.

Quelle: Christian Thiele / 20.11.15 / TLZ