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4 Jahren ago

390 words

Als erstes müssten die Adoptiveltern von Heimkindern über das Deprivationssyndrom aufgeklärt werden.

Es müssen die Symptome den Adoptiveltern in Seminaren erklärt werden und sie dafür sensibilisiert werden. Die Symptome müssen auch von Ärzten rechtzeitig erkannt werden und die Mütter dem entsprechend Aufgeklärt werden.

Die Kinder müssten dann bei größeren psychischen Schäden einem Facharzt vorgestellt werden. Dieser muss dann das Kind und die Eltern behandeln und beraten. Leichte Störungen können durch viel Liebe und Zuwendung seitens der Eltern unter Umständen sich von selber zurückbilden. Das Kind würde dann keine oder nur geringe Auffälligkeiten mehr zeigen.

Eine entsprechende Ausbildung der Erzieher in den Heimen und auch Kindertagesstätten ist eine Grundvoraussetzung um diesen Störungen vorzubeugen. Da dieses in den 50ger und 60ger Jahren nicht erkannt wurde, aber durchaus bekannt war, gibt es gerade in diesen Jahrgängen sehr viele Erwachsene, die noch heute daran Leiden. Die zum Teil schwersten psychischen Störungen haben.

Auch die Erzieherinnen hatten damals nicht die entsprechende Ausbildung und das Wissen.
Ich war selber von 1958- 1962 im Heim und leide noch heute unter relativ einfachen Symptomen der Deprivatisierung. Es gibt ehemalige Kinder, die auch noch im Erwachsenenalter schwere und schwerste Folgen haben. Diese reichen unter Umständen bis zum Suizid.

Erschwerend kamen bei mir noch die vielen Krankenhausaufenthalte während dieser Zeit hinzu. Trotz der sehr lieben und aufopferungsvollen Fürsorge und Liebe meiner Adoptiveltern habe ich nicht alle überwinden können. Mein Hauptproblem sind die nervösen Einschlafstörungen. Dieses dann besonders in Stresssituationen.

Auch meine Tochter, von 1979- 1981 im Heim aufgewachsen, hatte zu Beginn deutliche Symptome gezeigt. Permanentes Daumennuckeln, eine gewisse Unruhe beim Einschlafen, plötzliches Aufschreien in der Nacht (im Schlaf), und in Stresssituationen kam dann noch das Einnässen hinzu. Sie hat heute keinerlei Probleme mehr damit. Dabei kam ihr zu Gute, dass sie „nur“ 2 Jahre und 2 Monate im Heim war.

Die Erzieher hatten zu dieser Zeit auch schon eine ganz andere und bessere Ausbildung. Aber trotz verbesserten Voraussetzungen kann es immer wieder zu diesen Deprivatisierungssyndrom kommen.
Wie in dem Beitrag von C- B schon erwähnt kommt es auch in Seniorenheimen vor. Ich habe es selber bei einer Bewohnerin ganz genau beobachten können.

©: Heidrun