Skip to content

Hospitalismus/ Deprivation

4 Jahren ago

462 words

Der Begriff Hospitalismus, die extremste Auswirkung schwerer emotionaler Vernachlässigung bedeutete von seinem Ursprung her, dass ein Krankenhaus typtischer und unpersönlicher Umgang mit kleinen Kindern und Babys die entsprechenden beobachtbaren charakteristischen Defizite hervorrufe. Jedoch weiß man heute, dass solche Folgeschäden ebenso zu Hause entstehen können.

Auch in einem Umfeld, wo materiell und auch in Bezug auf Pflege und Aufsicht für alles gesorgt ist- aber mehr auch eben nicht. Heute wird für die Auswirkungen schwerer emotionaler Vernachlässigung auch von Deprivation gesprochen. Die Langzeitfolgen können auch ganz individuell psychische Störungen beinhalten oder auch eine Vielzahl verschiedenster Symptome und Beeinträchtigungen, die eine Zuordnung zu einer bestimmten Störung kaum oder nicht möglich machen.

Der Kinderpsychiater und Hirnforscher Bruce D. Perry und die Journalistin Maia Slavavitz beschreiben in ihrem gemeinsamen Buch ‚Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde‘ (2008) die Lebensgeschichte und Behandlung einiger vernachlässigter Kinder. Gemeinsam ist ihnen, dass sie eine Vielzahl psychiatrischer Diagnosen erhalten hatten.

Besonders schwere und auch frühe emotionale Vernachlässigung zieht, je früher sie beginnt und je länger sie andauert, gravierende seelische Folgen nach sich und bewirkt zudem eine dem Alter entsprechend und individuell, Beeinträchtigungen einzelner Gehirnareale nach sich.

Das Gehirn, so der Kinderpsychiater und Hirnforscher Bruce D. Perry entwickelt sich gebrauchsabhängig und zwar ausgehend von den stammesgeschichtlich ältesten Regionen, dem Hirnstamm zur höchsten Ebene, dem Kortex. Im Vergleich des Wachstums des gesamten Körpers entwickelt sich die das Gehirn am schnellsten. Der Grundstein für die weitere Entwicklung hängt somit wesentlich von der altersgerechten Förderung des Kindes in den dafür sensiblen Phasen in der dafür notwendigen Regelmäßigkeit ab.

Die einzelnen Funktionen des menschlichen Gehirns entwickeln sich nacheinander in etwa der gleichen Reihenfolge, in der seine Regionen im Laufe der Evolution entstanden sind. Die primitivsten, zentralen Areale entwickeln sich, mit dem Hirnstamm beginnend, als Erstes. Wenn ein Kind heranwächst, macht jede folgende Hirnregion (vom Zentrum zum Kortex) ihrerseits wiederum wichtige Veränderungen und Wachstum. Um sich jedoch angemessen zu entwickeln, braucht jedes Hirnareal zur richtigen Zeit musterartige, sich wiederholende Erfahrungen. (Bruce D. Perry, Maia Slavavitz, 2008, Kösel)

Quelle: Blumenwiesen. org.

Das ist eines der wichtigsten Symptome

Jactation (lat. „das Umherwerfen das Herumwerfen“; in Fachbüchern: jactatio) nennt man die krankhafte Unruhe bei Fiebernden bei Menschen im Delirium bei geistig Behinderten oder bei Hospitalismus auch bei autistischen Kindern. Durch das monotone Schaukeln Wackeln Wiegen oder Wippen beruhigen und stimulieren sich die Patienten. Häufig bei vernachlässigten oder vereinsamten Menschen.

Als Jactatio corporis bezeichnet man das Schaukeln Wiegen oder Wippen mit dem Oberkörper. Tritt häufig auf bei geistig behinderten Kindern auch bei Hospitalismus und bei autistischen Kindern.

© C-B