Jugendämter überlastet

Viele Jugendämter sind für den Kampf gegen Kindesmisshandlung zu schlecht ausgestattet. Eine aktuelle Studie der Hochschule Koblenz macht jetzt erstmalig das Ausmaß der Defizite deutlich.

Von Petra Boberg und Frederik von Castell

Sandra Krause-Ackermann versinkt hinter ihrem Computer. Die schmale 43-Jährige mit dem Kurzhaarschnitt widmet sich konzentriert ihren Akten. Gerade muss sie noch ein Gespräch mit Betroffenen zu einem aktuellen Fall vom Tag zuvor dokumentieren. In der geöffneten digitalen Akte: Datum, beteiligte Personen, Anhaltspunkte für Misshandlung.

Krause-Ackermann gehört zum zehnköpfigen „Team Kinderschutz“ im Jugendamt Wiesbaden. In einer Stunde hat sie ein Gespräch mit einer Mutter, die ihren achtjährigen Sohn geschlagen hat. Er ist in einer Wohngruppe untergebracht, Krause-Ackermann muss das weitere Vorgehen besprechen. Die Zeit bis dahin will sie nutzen, um ihren Stapel abzuarbeiten. —–> weiter lesen

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