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Rechte der Heimkinder

4 Jahren ago

412 words

Interview mit Rechtsanwalt Nieporte über Die Rechte der Heimkinder.

Robert Nieporte ist der Anwalt, der nun die Interessen der ehemaligen Heimkinder vertritt. Der hpd sprach mit dem Juristen über seine Strategie, über das pragmatische Vorgehen von Regierung und Kirche in anderen Ländern, das beharrliche Schweigen der deutschen Kirche, institutionalisiertes Unrecht und welche Anerkennung den Opfern gerecht werden würde.

hpd: Wie kam es dazu, dass Sie mit dem Verein ehemaliger Heimkinder (VeH) zusammenarbeiten, dass Sie das Mandat angenommen haben?

Robert Nieporte: Das hängt zunächst einmal damit zusammen, dass ich einen Mandanten habe, den Sie auch kennen, Herrn Jenö Alpar Molnár. Er hat das Buch geschrieben: „Wir waren doch nur Kinder“. Daher habe ich mich näher mit der Problematik ehemaliger Heimkinder befasst, wir sind somit auch mehrfach zusammen in Österreich gewesen. Wir haben dort Diskussionen geführt, Herr Molnár hat dort Buchlesungen gehalten. Die Podiumsdiskussionen waren gut vorbereitet, wir sind zum Teil auch politisch unterstützt worden. Darüber haben wir versucht, das Thema in die Öffentlichkeit hineinzutragen – denn in Österreich war man noch viel mehr, als ich es eigentlich erwartet hätte, dem Thema zunächst einmal abgeneigt. Das Thema zu forcieren, haben wir als unsere Aufgabe angesehen. Und gleichzeitig kamen wir mit verschiedenen Personen ins Gespräch, unter anderem mit Peter Henselder aus Berlin, der die Veranstaltung in Wien aufgezeichnet hat. Darüber hinaus kamen wir mit verschiedenen Heimkindern aus Österreich zusammen. Das war also gewissermaßen der Aufhänger. Darüber habe ich auch Frau Tschapek-Güntner vom VeH kennen gelernt.

Nachdem der vorherige Rechtsanwalt des VeH in Deutschland sein Mandat niedergelegt hatte und der Rechtsanwalt Witti aus München schon vorher sein Mandat hatte niederlegen müssen, wurde ich von Frau Tschapek-Güntner angesprochen. Wir hatten zuvor mehrfach telefoniert und dabei auch die Situationen in Österreich und Deutschland verglichen. Wir haben Erfahrungen ausgetauscht, die nicht nur ich, sondern auch Herr Molnár und andere Betroffene in Österreich gemacht haben. Über den Austausch mit Frau Tschapek-Güntner habe ich mich von Beginn an auch parallel dafür interessiert, was in Deutschland passiert. In Trier haben wir uns mit unserem kleinen „Runden Tisch“ eingerichtet. Wir haben uns regelmäßig getroffen und besprochen: Was ist die nächste Vorgehensweise? Wen kann man mit ins Boot nehmen? Wie kann man Presse mit einbinden? Das führte zu einem sehr regen Austausch an Gedanken und Informationen.

Quelle:hpd.de